19. August 2016

Was bisher geschah...und wie es weiter geht...

Haaaaalllloooo.....ist hier noch jemand?

Irgendwer?

Jetzt ist es über ein Jahr her, dass ich das Blogger Dashboard zuletzt geöffnet habe und auf "Neuer Post" geklickt. Alles ist ganz vertraut und trotzdem fremd.

Zunächst mal vorweg - uns geht es gut!

Danke an alle, die trotz der Funkstille meinerseits auf Instagram, per Email oder hier auf dem Blog nachgefragt haben, ob es uns gut geht - auch nach all der langen Zeit noch. Es tut mir leid, dass ich mich so klammheimlich verabschiedet habe - aber ich war schon immer ein Freund des polnischen Abgangs,  vielleicht, weil ich keine Abschiede mag. Vielleicht aber auch, weil ich mir immer ein Hintertürchen offen halten wollte für den Moment, indem ich wieder loslegen wollte, immer in der Hoffnung, dass dann noch jemand da ist, der gerne lesen möchte, was ich schreibe. Der "harte Kern" sozusagen. Also Du zum Beispiel! :)

Trotzdem denke ich, schulde ich euch eine Entschuldigung - und eine Erklärung.
Nur - so genau weiß ich es selbst einfach nicht. Es kamen einfach so ein paar Sachen zusammen. Im Herbst 2014 flatterte mir ein Anwaltsschreiben in den Briefkasten. Im Zusammenhang mit meinen Coaching-Posts hatte ich eine Wortmarke, einen geschützten Begriff verwendet  (vielleicht erinnert ihr euch an meine Reihe, "Coaching to g." (Coaching zum Mitnehmen). Sorry, aber wer käme auf die Idee, dass man sich so einen ungenauen Begriff schützen lassen kann?!?) verwendet und musste nach einigem juristischen Hin und Her dafür bezahlen. Das war irgendwie der Moment, in dem der Blog für mich seine Unschuld verloren hatte und ich merkte, welche potenziellen Gefahren im Internet lauerten und dass ich das ganze bisher anscheinend zu naiv betrachtet hatte.

Dann der Moment, als mich meine neue Arbeitskollegin darauf ansprach, ob ich denn tatsächlich so einen Mama-Blog führte, und ich feststellen musste, dass, wenn man mich googelte, die ersten Ergebnisse zum Blog und Social Media Seiten führten, bevor überhaupt mal meine beruflichen Kontaktdaten kamen. Und mir wurde bewusst, dass Studenten, die mich googelten, um zu mir in die Sprechstunde zu kommen, erst mal ein paar süße Babybauchfotos oder spannende Ausführungen zum Wochenfluss finden würden. Hier habe ich dann sehr radikal Fotos entfernt, Links löschen lassen etc. und es wurde deutlich kahler auf dem Blog.

Dann erwischte ich mich irgendwann dabei, wie ich Paul bat, er solle doch nochmal irgendwas Süßes machen, was er gerade gemacht hatte, damit ich es auf Instagram posten kann. Paul sagte aber, er wolle jetzt nicht mehr, woraufhin ich ihn ewig lang dazu überredete, um schließlich ein ganz "spontanes" Foto machen zu können. In diesem Moment fragte ich mich, wie lange es nun noch dauern würde, bis ich Paul zwischen einem Teebecher, einer kuscheligen Wolldecke und einem Macbook arrangieren würde . Ich habe mich echt gefragt: Was mache ich hier eigentlich gerade??

Last but not least, irgendwie war die Luft raus und die Lust weg. Die Arbeit, der Umzug, wieder mehr Social Life durch Familie und Freunde in München - der Mami-Kosmos, der mich noch die beiden Jahre davor so beschäftigt hatte, wurde mir auf einmal zu eng, zu langweilig. Ich wollte nicht mehr über Babybrei-Rezepte schreiben oder die besten Babykurse oder mich streiten, wie lange eine Krippeneingewöhnung dauern sollte - gleichzeitig erschien mir mein Alltag zu normal und unspektakulär, und mir fehlte schlicht und einfach der Stoff für meine Geschichten. 
Ich kann leider nicht kochen, nicht backen, nicht basteln, nicht nähen, nicht interiordesignen - worüber sollte ich schreiben? Sind Ausflüge zum See wirklich spannend genug? 
Zusätzlich ist Paul immer mehr vom kleinen Baby zu einer richtigen Persönlichkeit herangewachsen und ich habe immer öfter gezweifelt, ob ich nicht nur meine Texte, sondern auch ihn, Paul, in der Anonymität des Internets preisgeben würde.

Irgendwie hat es sich, wie so vieles in meinem Leben, das ich mit fast manischer Leidenschaft eine gewisse Zeit betrieben habe (z.B. Gitarrespielen, Grafikdesign oder die komplett unnötige, abgebrochene Yoga-Lehrer-Ausbildung in meiner Midlife-Crisis mit 30 :) von einem Moment auf den anderen nicht mehr richtig angefühlt - und das war es dann.

Der Punkt war nur: bei all diesen Dingen ging es nur um mich und niemanden interessierte es, ob ich jetzt weiter das chinesische Schriftzeichen für Baum übe oder nicht. Beim Bloggen waren auf einmal echte Menschen da, die mitlasen und kommentierten, irgendwie an meinem Leben teilnahmen und sich freuten, wenn ich etwas Neues geschrieben habe. Mir war nie so wirklich bewusst, dass ich wirklich "Fans" haben würde, die sich auch nach einem Jahr Pause noch als "treuen Follower" bezeichnen würde, so wie es gestern eine Leserin auf Instagram getan hat, was mich sehr berührt hat. Ich habe euch mit dem Blog mehr oder weniger in mein Leben eingeladen, um euch dann einfach wort- und grußlos wieder hinauszukomplimentieren. Das war nicht nur nicht nett, sondern ziemlich unhöflich. Es tut mir ehrlich leid.
Trotzdem hoffe ich, ihr könnt meine Beweggründe nun etwas besser nachvollziehen.

Tja, jetzt wollt ihr bestimmt wissen, was bisher geschah. :)
Die, die mir auf Instagram folgen (wo ich unter julia_auf_insta alle Jubeljahre mal was poste :), wissen es schon: Wir sind mittlerweile zu viert! Paul hat im Juni einen kleinen Bruder bekommen und ich, die immer nur Mädchen wollte, führe mittlerweile ein sehr glückliches "Leben unter Schniedeln" (geklaut bei  Claudi von was für mich :). Der Babybruder ist ungefähr das süßeste kleine Baby auf der ganzen Welt und tatsächlich die vielbesagte Entschädigung für ein anstrengendes erstes Baby - mega entspannt, schläft gut, weint kaum, unglaublich! Paul ist ab September ein Kindergartenkind und ist, das kommt jetzt bestimmt überraschend für euch, sooo groß! Ehrlich, wann ist dieses Kind so groß geworden?? Ich weiß es nicht...vor allem im Vergleich zu seinem kleinen Bruder, der allerdings auch schon wieder ein ziemlicher Brocken mit riesigem Schädel war, was mir auch den zweiten ungeplanten Kaiserschnitt beschert hat - ach ja. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Ansonsten sind wir noch einmal umgezogen und haben jetzt endlich unser perfektes Haus im grünen Vorort von München gefunden - ein saniertes 60er-Jahre-Reihenhaus mit einem großem Garten, in den wir ein Klettergerüst gestellt haben, eine Nachbarschaft, wo bei schönem Wetter rund um die Uhr irgendwo Rasen gemäht oder gegrillt wird, die Kinder in Scharen durch die Gärten ziehen und man die Postbotin beim Vornamen nennt. Und wir sind trotz anfänglicher Zweifel echt glücklich hier.

Jetzt wollt ihr bestimmt wissen, wie es weiter geht! Werden wir uns einen Kombi oder einen wuscheligen Hund aus dem Tierheim zulegen? Lässt Julia sich für den Elternbeirat im Kindergarten aufstellen?
Wird es hier auf dem Blog weitergehen?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Aber das Hintertürchen, das möchte ich mir weiterhin offen halten. Da ich, nach wie vor, einfach wirklich gerne schreibe - ich muss nur noch rausfinden, über was. Habt ihr Ideen? Falls ihr keine guten Ideen habt, kann ich leider höchstens über erfolglosen Zucchini-Anbau im heimischen Garten schreiben, das habt ihr dann davon! ;)

Alles Liebe und an die wenigen, die das noch lesen - danke für eure Treue! :*

Julia

21. Juli 2015

Unsere liebsten Badeorte rund um München, wie ich fast meine Schwester auf einer Insel ausgesetzt hätte und zwei geniale Tipps für den Strand

Hallo ihr Lieben,

wow, was ist das für ein Juli. Mein Mann, der ein großes Faible für so spannende Dinge wie Regenradare, Gewitterkarten und Langzeitstatistiken zu Wetterdaten hat, erklärt mir täglich fasziniert und leidend, dass wir eine selten Phase von Tropennächten haben, in der auch nachts die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Was tut man also bei so einem Wetter außer schwitzen? Man fährt natürlich an den See. 

Puh, ihr glaubt nicht wieviele Seen es rund um München gibt. Hier kann man echt an jedem Tag des Sommers in einem anderen baden. Ein paar davon haben wir in den letzten Wochen besucht - hier ein paar meiner Lieblingsbadestellen:

1. Staffelsee


Vorletzte Woche sind meine Schwester und ich mit den Kindern spontan an den Staffelsee, genauer zum Seerestaurant Alpenblick gefahren. Hier gibt es einen schönen Biergarten direkt am Wasser mit herrlichem Blick auf die Berge

Direkt am Biegarten liegt ein kleines Strandbad, das noch diesen typischen 60er-Jahre-Flair hat - mit auftoupierten Omas und gut gebräunten Opas und diesen dunklen Holzumkleidekabinen, in denen man nicht die Hand vor Augen sieht.



Für wenig Geld kann man Ruderboote mieten und zu einer nah gelegenen kleinen Insel fahren. Nachdem wir schließlich raus hatten, in welcher Richtung man sitzen muss und wie die Ruder gehalten werden müssen, ging es auch schon los auf den See. Gibt es was schöneres als warme Luft und kühles Wasser und Berge, die sich auf der Wasseroberfläche spiegeln? Ich glaube nicht! :-)
Kluge Eltern nehmen auf so einen Ausflug übrigens Badeschuhe mit. Weniger kluge Eltern müssen ihre wehleidigen, zartbesohlten Großstadt-Kinder dann über die ganze Insel tragen und können sich am Abend diverse kleine Stachel aus den Fußsohlen ziehen. Die klügsten Eltern bereiten sich ein bisschen vor, malen eine Schatzkarte, nehmen ein paar Süßigkeiten mit und verstecken diese unauffällig. (Haben wir natürlich nicht gemacht, wär aber cool gewesen ;) Neben Proviant sollten auch Schwimmwesten oder Schwimmflügel mit aufs Boot, dann können nämlich auch die Kleinsten vom Boot ins Wasser hüpfen, was einfach herrlich ist.
Auf der Rückfahrt von der Insel wollten dann unbedingt die Kinder ans Ruder, meine Schwester stand noch am Ufer und machte Fotos.



Ich weiß nicht genau, wie, aber innerhalb kürzester Zeit hatten die Kinder uns in eine Strömung befördert und wir entfernten uns immer mehr von meiner Schwester, die mit ihrem Handy am Ufer stand und „Äh…hallo?...Könntet ihr vielleicht…“ rief und sich dabei kaputt lachte. Erst fand ich es auch noch super lustig, bis ich bemerkte, dass ich ja gar nicht rudern kann.
Das Problem war ja auch, wie immer mit großen Geschwistern, dass meine Schwester mich die ganze Hinfahrt nicht ans Ruder gelassen hat, obwohl ich sehr oft „Mennooo, ich will jetzt auch mal!!“ sagte und sie „Aber ich habs zuerst gehabt!“ erwiderte. Also saß ich jetzt mit den Kindern im Boot und kriegte ein kleines bisschen Panik. Ein Opa mit Bademütze, der gemächlich vorbei geschwommen kam, konnte mir leider auch nicht helfen, obwohl ich ihn freundlich zu einer Ruderpartie eingeladen habe. Aber nachdem wir noch ein Stück weiter abgetrieben waren, habe ich das Ruder rumgerissen (Ha! Worstpiel!) und uns zurück zur Insel gesteuert. Dabei habe ich festgestellt, dass ich geradezu eine begnadete Ruderin bin und bin einmal kreuz und quer um den See und die Insel herum gerudert. Am nächsten Tag konnte ich zwar leider den Arm nicht mehr heben, weil mir die Schulter so weh getan hat, aber das wars wert. J

Am Südufer des Staffelsees, bei Murnau, gibt es auch noch ein Strandbad, wo im Mai ein richtig cooles, stylisches Burger-Restaurant im Vintage-Cape-Cod-Stil eröffnet hat.


Der Vorteil dieses Strandbades ist das sandige Ufer – die ersten zwanzig Meter ist Sand aufgeschüttet und man muss nicht den typischen „Aua-Stein-Aua!“-Lauf durchs Wasser machen, bevor man losschwimmen kann. (Also für die weniger klugen Menschen ohne Badeschuhe) Außerdem gibt es noch einen kleinen Kinderspielplatz und kostenlose Liegestühle.

2. Starnberger See




Gleich neben dem Schloss Possenhofen am Starnberger See, in dem die Kaiserin Sissi aufgewachsen ist, liegt das schöne und weitläufige Strandbad Paradies.
Hier hat man eigentlich alles – schattige Parkplätze, große Liegeflächen mit vielen Bäumen und einem kleinen Bach, klares Wasser, Bergpanorama, ein Restaurant und man darf sogar grillen.


 3. Tegernsee

Vor drei Wochen war Pauls Papa auf einem Männerwochenende und da bin ich spontan mit Paul an den Tegernsee gefahren.
Wer jemals Urlaub in Bayern-Disneyland machen wollte oder amerikanische Freunde hat, die gern mal so richtig in das Bayern/Deutschland-Lederhosen-Klischee eintauchen wollen, für die ist das Rottach-Egern DER Tipp. Da können Rothenburg, Heidelberg usw. aber echt einpacken. Die ganze Stadt ist so kitschig-sauber-gepflegt-beblümt, dass man sich gar nicht recht vorstellen kann, dass hier wirklich Menschen leben. Paul und ich haben im wirklich schönen und für die Gegend vergleichsweise günstigen Hotel Berlin übernachtet, wovon man in Nullkommanix an der Seepromenade ist und von dort in fünfzehn Minuten im Freibad. Da es ein Warmbad ist, war Paul quasi nicht aus dem Wasser zu bekommen. 
Wenn man das Freibad verlässt, sollte man unbedingt noch nach links Richtung Hauptstraße gehen. Hier gibt es einen Fontänen-Brunnen, wo in einem Spalier zehn etwa ein Meter hohe Fontänen aus dem Boden schießen. Ich habe Paul kurzerhand wieder ausgezogen und er ist bestimmt noch zwanzig Minuten jauchzend und juchzend durch die Fontänen gehüpft und hatte so unfassbar viel Spaß, dass ich richtig gerührt war. Direkt daneben ist die Sansibar, wo wir uns in einen Strandkorb gesetzt und ich mir noch einen Drink in der Abendsonne (für mich gabs Lillet Vive, für mich DER Aperitif in diesem Sommer, da können Sprizz und Hugo echt einpacken ;)) gegönnt habe. Der Besitzer der Sansibar ist unfassbar nett und kinderlieb und hat gleich ein Puzzle für Paul und Knobelspiele für die größeren Jungs am Nebentisch gebracht. Leider hatte das schöne Café Sissi gegenüber schon zu - da möchte ich beim nächsten Mal unbedingt noch hin.
Am Rückweg haben wir uns am Seeufer noch den Sonnenuntergang angeschaut und sind nocheinmal mit den Füßen ins Wasser gestiegen. Leider hat sich schon vormittgs mein Akku verabschiedet, so dass ich keine Fotos machen konnte - aber das war wirklich ein richtig schöner Tag. 

So, zum Abschluss noch zwei geniale Tipps für den See/Strand/Freibad-Tag, auf die ich via  Pinterest gestoßen bin:

1.) Wertsachen in einer Windel verstauen:

Bildquelle: parenthacks.com


2.) Immer Muffin-Papierförmchen in der Badetasche haben. Warum? Darum! :)
ICh finds genial!
Bildquelle: Lifehacker.com

Habt noch eine schöne Tropennacht! :)

Alles Liebe
Julia







12. Juli 2015

*Gong*

Hallo ihr Lieben,

so, die Pause ist vorbei!
ja, mensch, da ist ja einige Zeit seit meinem letzten Post vergangen. Leider, leider war ich halt wieder sehr busy, bin um die halbe Welt gejettet, habe tolle neue Projekte an Land gezogen und war sehr wichtig und beschäftigt.

Natürlich nicht.

Ich glaube, hauptsächlich stand ich die letzten Wochen über im Garten am Johannisbeerstrauch... 
Johanissbeeren pflücken kann der Paul nämlich nicht allein, da braucht er seine Mama dazu.  Seit drei Wochen...an jedem einzelnen Tag...steh ich bei meinem Schatz am Johannisbeerstrauch...
Zum Glück ist der schei** Strauch mittlerweile so gut wie abgeerntet.

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner einer Mietwohnung mit Kleinkind, die ihr immer so neidisch auf die Gartenbesitzer schaut, lasst euch gesagt sein: So ein Garten ist echt viel Arbeit.
Das Unkraut! Die Schnecken! Die Mücken! Die Johannisbeeren!
Gestern ist der Worst Case passiert und ich bin barfuß auf eine Nacktschnecke getreten...ich hab vor Ekel fast weinen müssen...es war fast wie beim berüchtigten Weinberg-Schnecken-Knirschen anno 2013, aber da hatte ich zumindest Schuhe an. Buhu.

Ich habe ja gedacht, dass man so einen Garten hauptsächlich hat, damit man auf einer Liege liegt, während das Kind in sich versunken mit sich selbst spielt. Ungefähr so wie auf diesem fast gar nicht arrangiertem Bild:




Aber so ist das nicht. Man muss ständig irgendwas spielen oder irgendwo was ausrupfen oder irgendwas begießen, die Terrasse fegen, mit einer Schaufel Schnecken über den Zaun zu den Nachbarn werfen, oder eben dem Kind moralischen Beistand beim Johannisbeerenpflücken leisten. 

Das, was ich aber wirklich genial am Garten finde, sind die Kräuter. Die Vormieterin unseres Hauses hatte einen richtigen kleinen Kräutergarten angelegt und bei uns wachsen jetzt Thymian, Salbei, Rosmarin, Oregano und Pfefferminze! 
Letzte Woche habe ich mit Paul und meiner Mama einen Ausflug ins Kloster Benediktbeuern gemacht, wo es einen klösterlichen Kräutergarten mit Café/Teeladen und der obligatorischen Kräuterhexe-Verkäuferin gibt. Paul war schwer begeistert von der Vielzahl an Kräutern, von so verrückten Sachen wie Ysop oder Borretsch, und hat sich dann schwer verliebt in ... Schnittlauch. Immer wieder ist er zurück gerannt und hat einzelne Schnittlauch-Halme gepflückt, die er uns dann handverlesen wie ein Sommelier zum Kaffee gereicht hat. (und geheult hat, weil ich den Schnittlauch nicht zum Kaffee essen wollte, woraufhin ich ihn dann doch gegessen habe und sagen kann: Schnittlauch passt gar nicht so gut zu Kaffee. Für euch getestet). Nachdem ich meiner Mama ausgiebig von den tollen Kräutern im Garten und wie gerne ich auch eine Kräuterspirale hätte (man soll ja Ziele im Leben haben), hat sie mir breit grinsend einen Flyer zugesteckt - eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin bei der Kräuterhexe, damit ich auch mal was Gescheites mache.  Nach nur acht Wochenendseminaren könnte ich mich schon "Ausgebildete Kräuterpädagogin" nennen. Da sollte ich vielleicht drüber nachdenken.

Und was hab ich sonst so gemacht?

Wenn ich nicht Johannisbeeren gepflückt habe, habe ich binge-mäßig "Orange is the new black" angeschaut. Irgendwie witzig, skurril, kann man gar nicht so genau beschreiben, muss man gesehen haben. Aber ich bin jetzt ganz froh, dass ich die dritte Staffel durch habe und mal wieder was sinnvolles machen kann am Abend. Bloggen zum Beispiel *hust*.
Dann bin ich so schwer begeister von diesem Internetradiosender: Antenne Niedersachsen Relax - da läuft rund um die Uhr entspannte Singer/Songwriter-Musik, perfekt als Hintergrund-Musik beim Abendessen mit Freunden oder Autofahren.

Ansonsten habe ich mir überlegt, dass ich den Kontakt zu den Bloglesern ja aufgrund der Schreibfaulheit wieder etwas intensivieren muss und habe einen Hausbesuch bei einer lieben Leserin gemacht. Anfang Juni waren Paul und ich bei der wunderbaren Sandra und ihren zwei Kindern in der schönen Oberpfalz und hatten einen richtig schönen Tag auf dem Spielplatz.
Sandra, die ja meine Vorliebe fürs Backen und Kochen kennt, hat doch tatsächlich Rharbarberkuchen und Cookies für mich gebacken, als verspätetes Geburtstagsgeschenk. Ehrlich, wer sich fünf Wochen nach der Geburt in die Küche stellt und für mich backt, der hat sich echt für alle Zeit in meinem Herzen festgebacken. <3 Vor allem, wenn man dann Tränen darüber lachen kann,  dass Paul in einer grandiosen Slapstick Leistung die Tüte mit den Cookies auf der Picknickdecke übersieht, dabei nicht nur auf, sondern in die Tüte steigt und seinen kleinen Fußabdruck auf dem Cookie hinterlässt...oh mann, dieses Kind...
Zum Glück bin ich da ja mittlerweile ziemlich schmerzbefreit und esse auch angeschlonzte Breze, angebissene Äpfel oder eben auch Cookies mit Fußabdruck. ;)

Ansonsten nutze ich das tolle Wetter und fahre kreuz und quer durch das schöne bayerische Voralpenland und jedes Mal, wenn ich die A95 Richtung Süden fahre und kurz hinter Wolfratshausen der Himmel aufreißt und das gewaltige Bergpanorama erscheint, geht mir das Herz auf. Echt.

So, das war es für heute mal - ab jetzt wieder häufiger, versprochen! :)

Habt einen schönen Sonntag!

Alles Liebe
Julia
P.S. öhm..ich hab auch noch auf ein paar Fragen in den letzten Kommentaren geantwortet....wenn noch was offen geblieben ist, bitte nochmal fragen. Danke! :)

20. Mai 2015

Wieder da

Hallo ihr Lieben,

so, wir sind wieder zurück aus dem Urlaub. Schön war’s!

Wir waren am Strand...


...sind Tretboot auf dem See gefahren...


...sind durch den traumhaft schönen botanischen Garten auf den Brissago Inseln geschlendert...


...und haben uns über die tolle Ferienwohnung mit Seeblick gefreut.



Daneben waren wir auf vielen Friedhöfen, auf dem Monte Verità, in einer Höhle im Wald, in der Hermann Hesse zwei Wochen lang gelebt hat, sind Tretboot, Seilbahn und mit einem kleinen Bähnchen gefahren, haben sehr viel Pizza und Pasta gegessen und zwei von meinen drei Sprizz habe ich sogar wie geplant im Sonnenuntergang mit Blick auf den See getrunken. Beim dritten hat Paul das Glas umgeschüttet. 10 Franken in der Tischdecke. Sehr traurig.

Falls ihr also irgendwann einmal - so wie wir - die Schweiz noch reicher machen wollt, fahrt nur an die schweizerische Seite des Lago Maggiore und zahlt da z.B. für eine Kugel Eis 3,50 Franken (bzw. Euro (ist ja mittlerweile fast identisch, wars leider bei unserer Buchung noch nicht). Komplett absurd. Ich habe die ganze Zeit versucht, meine Schwester zu überreden, sich einen reichen Schweizer Yacht-Besitzer anzulachen, der uns alle aushält. Aber sie meinte, sie hätte wenig Erfolg, wenn sie ihre Mutter, Oma, Schwester, Tochter und den Neffen zum Essen mitbringt, zumal die Hälfte davon den halben Tag Nonsens redet. Damit hatte sie leider Recht.
Kleiner Beweis?
Folgendes, realistisches Gespräch, das prototypisch für die gesamte Urlaubskommunikation steht.

Mama (abwesend in einem Buch blätternd): Ach, das ist ja interessant...
Schwester: Oma, möchtest du dich setzen?
Oma: Was? Wohin soll ich mich setzen?
Meine Schwester: Ob du dich setzen möchtest?
Oma: Nein, nein, alles gut.
Nichte: ich will Pommes! Mit Ketchup!
Paul: Magst du auch Schuhe? Der Paul hat Schuhe.
Oma: Also jetzt muss ich mich wirklich mal wo hinsetzen, ich kann nicht dauernd rumlaufen.
Mama (weiterhin in ihr Buch vertieft): Wusstet ihr, dass Stefan George hier im Krankenhaus gestorben ist...
Ich: Ach?
Mama: ...und nicht zu Hause, so wie alle immer dachten...
Schwester: Ja, stimmt, die ganze Menschheit dachte schon immer, dass Stefan George daheim gestorben ist!
Mama: Ja, eben! Ist doch interessant!
Alle unisono: Nein!
Mama: Banausen!
Nichte: Ketchupppp!
Paul: Der Paul hat eine Nase! Hast du auch eine Nase?
Oma: Was?


Meinen Geburtstagsabend haben wir übrigens - wie man das als moderne Frau Anfang 30 so macht -mit scrabbeln verbracht. Meine Oma schlägt Tante Mechthild* übringes um Läääängen!
Sie hat immer lang überlegt und dann euphorisch „Jetzt hab ich was!“ gerufen, um dann, egal ob sie dran war oder nicht, ein Wort zu legen. Z.B. „Adischuh“. Betretenes Schweigen am Tisch. Adischuh? Ja, ein Schuh von dieser Schuhfirma mit Adi. Ganz klar.
In irgendeiner Runde hatte sie nur noch drei Buchstaben auf dem Bänkchen: K-O-T. Das wollte sie dann einfach irgendwo am Rand hinlegen, woraufhin meine Mama entrüstet meinte, sie dürfe ihren Kot nicht einfach irgendwo ablegen und ich daraufhin das halbe Weinglas über den Tisch geprustet habe. Ich finde, man sollte viel mehr scrabbeln.

Als wir wieder gefahren sind, haben wir die Kinder auf dem Rücksitz gefragt, was denn am schönsten war am Urlaub in Ascona, woraufhin die Kinder sich zehn Minuten lang gackernderweise „Ascola *pupsgeräusch*“ –„Ascola *pupsgeräusch*“ zugerufen haben.
Schließlich hat meine Nichte doch noch geantwortet: „Pommes mit Ketchup“.
Na, da hat sich der Urlaub doch gelohnt – das hätten wir in Deutschland schließlich nicht bekommen!

Alles Liebe

Julia

P.S. mehr Fotos gibt’s leider nicht, da wir leider allesamt zu dick aussehen. Nur die Oma hat immerhin die Haare schön:


P.P.S. Das Buch „Ich bin schwanger“ hat gewonnen: Pepper (schickst du mir bitte deine Post-Adresse?)


*Für die Banausen unter euch: