20. Mai 2015

Wieder da

Hallo ihr Lieben,

so, wir sind wieder zurück aus dem Urlaub. Schön war’s!

Wir waren am Strand...


...sind Tretboot auf dem See gefahren...


...sind durch den traumhaft schönen botanischen Garten auf den Brissago Inseln geschlendert...


...und haben uns über die tolle Ferienwohnung mit Seeblick gefreut.



Daneben waren wir auf vielen Friedhöfen, auf dem Monte Verità, in einer Höhle im Wald, in der Hermann Hesse zwei Wochen lang gelebt hat, sind Tretboot, Seilbahn und mit einem kleinen Bähnchen gefahren, haben sehr viel Pizza und Pasta gegessen und zwei von meinen drei Sprizz habe ich sogar wie geplant im Sonnenuntergang mit Blick auf den See getrunken. Beim dritten hat Paul das Glas umgeschüttet. 10 Franken in der Tischdecke. Sehr traurig.

Falls ihr also irgendwann einmal - so wie wir - die Schweiz noch reicher machen wollt, fahrt nur an die schweizerische Seite des Lago Maggiore und zahlt da z.B. für eine Kugel Eis 3,50 Franken (bzw. Euro (ist ja mittlerweile fast identisch, wars leider bei unserer Buchung noch nicht). Komplett absurd. Ich habe die ganze Zeit versucht, meine Schwester zu überreden, sich einen reichen Schweizer Yacht-Besitzer anzulachen, der uns alle aushält. Aber sie meinte, sie hätte wenig Erfolg, wenn sie ihre Mutter, Oma, Schwester, Tochter und den Neffen zum Essen mitbringt, zumal die Hälfte davon den halben Tag Nonsens redet. Damit hatte sie leider Recht.
Kleiner Beweis?
Folgendes, realistisches Gespräch, das prototypisch für die gesamte Urlaubskommunikation steht.

Mama (abwesend in einem Buch blätternd): Ach, das ist ja interessant...
Schwester: Oma, möchtest du dich setzen?
Oma: Was? Wohin soll ich mich setzen?
Meine Schwester: Ob du dich setzen möchtest?
Oma: Nein, nein, alles gut.
Nichte: ich will Pommes! Mit Ketchup!
Paul: Magst du auch Schuhe? Der Paul hat Schuhe.
Oma: Also jetzt muss ich mich wirklich mal wo hinsetzen, ich kann nicht dauernd rumlaufen.
Mama (weiterhin in ihr Buch vertieft): Wusstet ihr, dass Stefan George hier im Krankenhaus gestorben ist...
Ich: Ach?
Mama: ...und nicht zu Hause, so wie alle immer dachten...
Schwester: Ja, stimmt, die ganze Menschheit dachte schon immer, dass Stefan George daheim gestorben ist!
Mama: Ja, eben! Ist doch interessant!
Alle unisono: Nein!
Mama: Banausen!
Nichte: Ketchupppp!
Paul: Der Paul hat eine Nase! Hast du auch eine Nase?
Oma: Was?


Meinen Geburtstagsabend haben wir übrigens - wie man das als moderne Frau Anfang 30 so macht -mit scrabbeln verbracht. Meine Oma schlägt Tante Mechthild* übringes um Läääängen!
Sie hat immer lang überlegt und dann euphorisch „Jetzt hab ich was!“ gerufen, um dann, egal ob sie dran war oder nicht, ein Wort zu legen. Z.B. „Adischuh“. Betretenes Schweigen am Tisch. Adischuh? Ja, ein Schuh von dieser Schuhfirma mit Adi. Ganz klar.
In irgendeiner Runde hatte sie nur noch drei Buchstaben auf dem Bänkchen: K-O-T. Das wollte sie dann einfach irgendwo am Rand hinlegen, woraufhin meine Mama entrüstet meinte, sie dürfe ihren Kot nicht einfach irgendwo ablegen und ich daraufhin das halbe Weinglas über den Tisch geprustet habe. Ich finde, man sollte viel mehr scrabbeln.

Als wir wieder gefahren sind, haben wir die Kinder auf dem Rücksitz gefragt, was denn am schönsten war am Urlaub in Ascona, woraufhin die Kinder sich zehn Minuten lang gackernderweise „Ascola *pupsgeräusch*“ –„Ascola *pupsgeräusch*“ zugerufen haben.
Schließlich hat meine Nichte doch noch geantwortet: „Pommes mit Ketchup“.
Na, da hat sich der Urlaub doch gelohnt – das hätten wir in Deutschland schließlich nicht bekommen!

Alles Liebe

Julia

P.S. mehr Fotos gibt’s leider nicht, da wir leider allesamt zu dick aussehen. Nur die Oma hat immerhin die Haare schön:


P.P.S. Das Buch „Ich bin schwanger“ hat gewonnen: Pepper (schickst du mir bitte deine Post-Adresse?)


*Für die Banausen unter euch:

9. Mai 2015

Wir fahren in den Urlaub und eine kleine Verlosung zum Muttertag

Hallo ihr Lieben,

ich weiß wirklich nicht, was zur Zeit los ist. Ich liebe meinen Blog, ich liebe es zu schreiben, ich liebe euch Leser, ich liebe es, eure netten, klugen Kommentare zu lesen, und trotzdem, himmiherrgott, schaff ich es einfach nicht regelmäßiger zu schreiben.
Ich lese von der neuesten Blogparade, bekomme auf Twitter den #regrettingmotherhood-Sturm um die Ohren geweht und denke so: Hmm, ich könnte ja auch was dazu schreiben. Und dann: Ach nööö! Keine Lust!
Vielleicht liegt es daran, dass wir dem Baby-Kosmos mittlerweile entwachsen sind - im wahrsten Sinne des Wortes. Das wurde mir gestern schlagartig beim Einkaufen im H&M klar: Da Paul schon bald die Größe 98 erreicht hat, werden wir in diesen Wochen wahrscheinlich zum letzten Mal in der Baby-Abteilung einkaufen. Schon komisch.

Wie sehr ich aus dem Baby-Modus raus bin, merke ich auch gerade an einer lieben Blogleserin und Freundin, die vor kurzem ein Baby bekommen hat und wir whatsappen viel und ich frage mich ganz oft: Puh, wie war das damals eigentlich? wie war das mit den Wehen, ab welchen Abständen sollte man ins Krankenhaus? wie lange dauert es, bis die Milch einschießt? und was macht man, wenn das Baby beim Stillen immer einschläft? Wann hören die Heultage wieder auf? Und was tut man nochmal bei Baby-Blähungen? 

Ich bin echt erstaunt, wie schnell man das alles vergisst! Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich vom Trias Verlag angeschrieben wurde, ob ich ihr aktuelles Buch zum Thema Schwangerschaft - "Ich bin schwanger", u.a. von Remo Largo verfasst - vorstellen und verlosen möchte. Möchte ich! :) Zum morgigen Muttertag (der dazu noch mein Geburtstag ist :) ist das doch auch mehr als passend!



Ich habe schon einige Bücher aus dem Trias Verlag (u.a. das Polly-Kochbuch, das wir hier schon einmal vorgestellt haben, und die Bücher zum Thema Schlafen von Elizabeth Pantley, alle sehr zu empfehlen), die besonders durch ihre liebevolle Gestaltung, schönen Grafiken und inhaltliche Nähe zum Attachment-Parenting-Themen auffallen. "Ich bin schwanger" ist hier keine Ausnahme. Es handelt sich um ein klassisches Schwangerschafts-Sachbuch, ein großes Hardcover, das nicht nur Monat für Monat, sondern Woche für Woche auf jeweils einer Doppelseite die wichtigsten Informationen zur Schwangerschaft gibt und auch Standard-Themen wie Ernährung, Sport oder Reisen in der Schwangerschaft behandelt. Schön ist auch, dass das Buch nicht mit der Geburt endet, sondern auch noch die ersten drei Monate danach thematisiert; Themen sind etwa Babyschlaf inkl. einer Anleitung zum Pucken, Babyblues, Rückbildung oder Impfen. 
Der Name Remo Largo hatte bei mir auf einen etwas wissenschaftlicheren Ansatz hoffen lassen,  aber das Buch bleibt doch eher allgemein. Dennoch ist es sehr umfangreich, inhaltlich niveauvoll und liebevoll ohne kitschig zu sein.

Wer also ein klassisches, schön gestaltetes Buch zur Begleitung der Schwangerschaft oder als Geschenk sucht, trifft mit diesem Buch sicher die richtige Wahl.
Zum Buch gibt es auch noch die nett gestaltete Homepage Ich bin schwanger inkl. Leseprobe und ein Gewinnspiel, das noch bis Ende Juli läuft und bei dem ihr eine Babyparty und Babyprodukte gewinnen könnt.

Ihr möchtet "Ich bin schwanger" gewinnen?

Dann hinterlasst bitte bis einschließlich 16. Mai 2015 einen Kommentar unter diesem Post. Die Teilnahme ist für volljährige Leser möglich. Bitte hinterlasst eine Email-Adresse (oder schickt mir diese zusätzlich per Email), wenn ihr nicht über ein Blogger-Profil o.ä. identifizierbar seid. Der Rechtsweg sowie eine Barzahlung sind ausgeschlossen.
Ich bedanke mich sehr herzlich beim Trias Verlag für das kostenlose Verlosungsexemplar.

So, wenn ihr das hier lest, laufe ich wahrscheinlich gerade wie ein aufgescheuchtes Huhn durch das Haus, packe letzte Dinge in viel zu viele Taschen, belade das Auto, bevor dann meine Mama, meine Oma, meine Schwester und meine Nichte kommen und wir gemeinsam auf einen 4-Generationen-Mädels-und-Paul-Trip an den Lago Maggiore fahren. 
Paul und seine Cousine sind wie immer abwechselnd ein Herz und eine Seele oder brüllen sich gegenseitig an und meine Mama hat schon ein umfangreiches Kulturprogramm entworfen, da ja eigentlich jeder große Dichter und Denker des letzten Jahrhunderts irgendwann einmal im Tessin war und unsere Mutter uns über jeden einzelnen etwas erzählen möchte. Meine Schwester und ich wollen viel in Cafés auf der Promenade sitzen und in der Abendsonne Sundowner drinken und meine Oma hat als einzige Sorge, dass es in der Schweiz so teuer ist und sie deswegen vielleicht noch etwas Quark einpacken sollte. Weil sie den immer zum Frühstück ist. Wir haben sie etwas aufgezogen, dass wir uns einen Quark schon noch werden leisten können, bis mir meine Kollegin erzählt hat, dass sie das letzte Mal in Zürich für vier schöne große Äpfel 5,40 Euro bezahlt hat. Da haben wir kurz überlegt, ob wir der Oma eine Kühlbox mit Quark auf den Schoß stellen sollen, aber das wollte sie dann auch nicht.

Wahrscheinlich werde ich nach dieser Woche Urlaub noch eine Woche Urlaub brauchen, um mich davon zu erholen. Aber egal! Ich freu mich riesig! und zum ersten Mal seit gefühlt hundert Jahren ist mal richtig gutes Wetter vorhergesagt, wenn wir zusammen in den Urlaub fahren. 

Ich werde also höchstwahrscheinlich total entspannt, gebräunt und hoffentlich auch wieder mit neuer Motivation zurückkommen!

Alles Liebe

Julia

P.S. Und ich warte ja immer noch auf ein Schwangerschaftsbuch, in dem nicht steht "Der Wochenfluss ist zunächst überwiegend blutig und periodenstark, weil bis etwa zum 6. Tag nach der Geburt die Blutstillung noch unvollkommen ist." (S. 283), sondern "Während Sie den ersten Besuch empfangen, werden Sie im Krankenhausbett in Ihrem eigenen Blut sitzen, weil sie innerhalb kürzester Zeit schon wieder drei Wöchnerinnen-Vorlagen (Euphemismus für unterarmgroße Riesenbinden) und ihre hässliche Netzunterhose durchgeblutet haben. Zum Glück hat man dafür im Krankenhaus wasserdichte Unterlagen. Sorry, ist eklig, ist aber so, sagt einem ja sonst keiner."

Das würde ich gerne mal lesen! Oder schreiben! Aber mich fragt ja niemand. 
Was würdet ihr in ein ehrliches Schwangerschaftsbuch schreiben?? :)))


15. April 2015

So klappt die Krippen-Eingewöhnung: 4 Tipps

Hallo ihr Lieben,

Paul ist jetzt seit Januar ein Krippen-Kind und seit letzter Woche kann ich behaupten: Er ist endgültig eingewöhnt!
Warum? Ich habe ihn wie immer um drei abgeholt, er ist mir in die Arme gefallen, hat mir stolz eines seiner Kunstwerke überreicht (diesmal: ein Papier-Marienkäfer, dem ein Wackelauge auf dem Kopf und eines auf dem Po klebte....er ist ja so begabt!) und wir sind in den Umkleideraum gegangen. Doch da saß Paul nur betrübt da und wollte weder Schuhe noch Jacke anziehen.
Als ich ihn fragte, was denn los sei, antwortete er mit todtrauriger Stimme: "Der Paul wollte noch Brotzeit essen!" Um drei gibt es nämlich immer Brotzeit in der Krippe und die hatte er jetzt durch mich verpasst.
Schon klar. Da wiegt man sein Kind nachts in den Schlaf, tröstet es bei kleinen Schrammen und erträgt seine Wut-Attacken (gestern: Ausraster inkl. auf den Boden werfen beim Aldi, weil ich Taschentücher gekauft habe! Taschentücher!! das geht doch nicht!) und was ist der Dank?? Man wird ersetzt durch ein Leberwurstbrot und ein paar Erdbeeren. Pffft.
Wie man das als souveräne Mutter eben so macht, habe ich ihn umgehend mit einer Breze bestochen. ("guck, Mamas Brotzeit schmeckt auch gut!" ich bin echt armselig)

Heute aus gegebenem Anlass also unsere Tipps für einen guten Start in die Krippenzeit!


Tipp 1: Genügend Zeit für die Eingewöhnung einplanen (d.h. mindestens drei Wochen mehr, als du denkst ;)

Ach, was hatte ich nicht für einen tollen Plan. Im Januar die Eingewöhnung machen, nebenbei 25% an den Nicht-Krippen tagen arbeiten, und ab Februar dann auf 50% aufstocken.
In der Theorie gut, in der Praxis: Haha. Erst einmal hatte die Krippe bis zum 7. Januar Ferien, dann waren in der zweiten Woche bereits zwei Kinder zur Eingewöhnung angemeldet, so dass wir erst in der dritten Januarwoche loslegen konnten. In der ersten Woche waren wir jeden Tag in der Gruppe, jeweils eine Stunde, ich saß mit im Zimmer, als "sicherer Hafen", während eine Erzieherin Paul zum Spielen animiert hat. In der zweiten waren wir wieder jeden Tag eine Stunde, ich bin z.T. schon bis zu dreißig Minuten rausgegangen. So wurde es peu à peu immer ein bisschen mehr. Irgendwann hat Paul dann zum ersten Mal Mittagsschlaf gemacht (tatsächlich schläft er in der Krippe fast immer seine zwei Stunden, bei mir NIE länger als eine Stunde. Kennt ihr das?? Wie kann das sein??).
Ich glaube, in der siebten oder achten Woche war Paul dann zum ersten Mal die regulär gebuchte Zeit von 8.30 Uhr bis 15 Uhr da und ich zum ersten Mal auch dementsprechend regulär im Büro. Zum Glück habe ich mit meinem Arbeitgeber aushandeln können, dass ich in dieser Zeit Minusstunden machen darf, die ich dann später wieder reinhole, sonst wäre es echt deutlich komplizierter geworden.
Er hat bis vor ca. zwei Wochen auch morgens beim Abgeben noch deutlich seinen Trennungsschmerz gezeigt, sich angekuschelt, gequengelt, ließ sich dann aber schnell von den Erzieherinnen ablenken und hat auch nicht mehr geweint, wenn ich aus der Tür war (und davor stand und gelauscht habe). Seit ca. 2 Wochen winkt er mir nur noch einmal zu und läuft dann schnell in den Gruppenraum.
In diesem Sinne: informiert euch gut, nach welchem Modell in eurer Krippe eingewöhnt wird und plant entsprechend viel Zeit ein.


Tipp 2: Ein Freund, ein guter Freund

Paul war eigentlich nie der Kuscheltier-Typ - weder hatte er eine geliebte Schmusedecke, die er überall mit sich herumschleppte (wie seine Mama als Kind) noch einen Wauzi (wie sein Papa als Kind) noch einen Lieblings-Stein (wie seine Uroma, die ja immer behauptet, sie hätten ja nichts gehabt, nicht so wie die Kinder von heute bliblablub).
Auf jeden Fall haben wir gemeinsam einen kleinen Stoffbären aus seinem gewaltigen Stofftier-Fundus auserkoren, der fortan mit in die Krippe sollte. Der "Bär", wie Paul ihn - kreativ wie er ist - genannt hat, begleitet ihn nun jeden Tag. Er sitzt morgens im Auto auf Pauls Schoß, macht mit ihm Mittagsschlaf und sitzt neben ihm beim Essen. Zwischenzeitlich hatte er sogar einen eigenen Platz am Kindertisch neben Paul, an dem kein anderes Kind sitzen durfte. (Ein Hoch auf die Erzieherinnen, die das ohne mit der Wimper zu zucken geduldet haben)
Mittlerweile ist der Bär Pauls guter bester Freund; er wird mitgeschleppt, an die Decke geworfen, die Rutsche runtergeschmissen, in die Kiste gestopft und macht alles selig lächelnd mit.
Summa summarum: mit einem Freund geht alles leichter! Falls euer Kind also noch kein Lieblingstier/decke etc. habt, könnt ihr euch ja überlegen eines einzuführen. Noch besser funktioniert es angeblich, wenn das Kuscheltier vertraut riecht (Ich hab den Bär am Anfang sogar ein bisschen mit meinem Parfüm eingesprüht; man kann es sich aber auch unters T-Shirt stecken, damit es den Mama/Papa-Geruch annimmt, z.B. beim Schlafen. In der Öffentlichkeit würde ich das aber eher vermeiden).

Tipp 3: Auf die Wortwahl achten

Paul muss Zähneputzen, aber er muss nicht in die Krippe. Er darf. Genau so wenig wie Mama und Papa in die Arbeit gehen müssen, sie wollen
Ich finde, wenn man das Ganze weniger als Pflicht oder Zwang, sondern als familiäre Gruppen-Entscheidung sieht, lebt es sich leichter und es hat natürlich auch einen psychologischen Effekt. Auch auf einen selbst.  


Last but not least:

Tipp 4: Den richtigen Zeitpunkt finden

Ich habe ja nun die Erfahrung gemacht, innerhalb eines Jahres zwei Eingewöhnungen zu machen - einmal zu Pauls 1. Geburtstag bei einer Tagesmutter (die uns nach drei Monaten wegen Umzug gekündigt hat, woraufhin wir wieder selbst betreut haben) und einmal zum 2. Geburtstag in einer Kinderkrippe. 

Mir ist das Loslassen, die Trennung von Paul im Alter von 12 Monaten echt schwer gefallen. Und es gab immer wieder Momente, wo er mir beim Abschied schrecklich hinterher geweint hat und ich habe es so gehasst. Mit einem Jahr hatte er einfach nicht das kognitive Verständnis, das Gefühl für Zeit, das Wissen, dass wir wieder kommen und ihn abholen, wie er es m.E. schon ein halbes Jahr später gehabt hat oder eben jetzt, mit zwei Jahren. (Natürlich kann ich im Nachhinein nicht mehr sagen, was hier was bedingt hat, ob mein Trennungsschmerz Pauls Verhalten ausgelöst haben oder ob es umgekehrt war.)

Aber interessant fand ich es schon, dass ich jetzt, verglichen mit der Zeit vor einem Jahr, überhaupt kein Problem mehr damit habe, ihn in die Fremdbetreuung bzw. die Krippe zu geben. Ich weiß einfach ganz klar, dass er das schafft. Hinzu kommt, dass ich vom ersten Moment an ein gutes Gefühl in der Krippe hatte und mir gleich klar war, dass ich Paul hier gerne betreuen lassen möchte. Paul hat Spaß dort, lernt Neues und macht auch viele Dinge, die ich mit ihm eher selten mache, wie z.B. Basteln. Natürlich gab es auch hier Tränen, aber mittlerweile kann ich das einfach besser einschätzen und weiß, dass es eben ein gleich vergessenes Abschiedsschmerz-Weinen ist.
Es liegt m.E. auch viel an der Kommunikation: ein Zweijähriger kann mir bereits zu verstehen geben, was ihm passt und was nicht, was es zum Mittagessen gab, ob sie heute draußen im Garten waren, ob der Tobi wieder gesund ist usw. Gleichzeitig hat er auch schon ein gewisses Zeitverständnis - er weiß, was es heißt, die Mama oder der Papa kommen "später, nach deinem Mittagsschlaf" wieder und  holen ihn ab. Das macht m.E. vieles einfacher. 
Rückwirkend würde ich frühestens mit 18 Monaten eingewöhnen, da ich den kognitiven Sprung zwischen 12 und 18 Monaten immens fand; aber das kann ja beim nächsten Kind schon wieder ganz anders aussehen. Und in meinen zwei Wochen in der Krippe habe ich auch viele ganz kleine Kinder (z.T. noch unter einem Jahr) gesehen, die das alles super gemacht haben und offensichtlich richtig gut eingewöhnt waren. Tja, Kinder und Eltern sind eben verschieden und letztlich muss einfach jede Familie für sich einen Weg finden. 

Habt ihr noch Tipps zum Thema Krippen-Eingewöhnung?

Und eine weitere, nicht weniger wichtige Frage: Habt ihr Erfahrungen mit silikonfreien Shampoos? Könnt ihr mir was empfehlen?

In diesem Sinne

Alles Liebe
Julia

22. März 2015

Ein Tag am See + Gewinner

Hallo ihr Lieben,

Paul und ich haben am Freitag das schöne Wetter gestern genutzt, um einen Ausflug an den Ammersee zu machen. Wir sind am späten Vormittag losgefahren - von München aus braucht man nur 30 Minuten - und haben einen Parkplatz direkt am Wasser gefunden.* Das Sonnenlicht glitzerte auf den Wellen, die leise plätschernd ans Ufer schlugen, an den Baumspitzen leuchteten die ersten grünen Triebe und die Luft war ganz kühl und klar. Möwen riefen und am Horizont, fast verborgen im milchigen Dunst, zog ein kleines Schiff vorbei. Paul lief am Ufer auf und ab und warf Steine ins Wasser, ganz konzentriert. Ich hielt mein Gesicht in den Sonnenschein, schloss die Augen und spürte förmlich, wie der Stress der letzten Wochen von mir abfiel. Viel Arbeit, viel zu tun und viele Kilometer auf der Autobahn, Streit mit meinem Mann, der so viel, viel zu viel, arbeitet, dann noch ein Magen-Darm-Virus, der erst Paul und dann mich erwischte, keine Zeit und Kreaitivität zum Bloggen und darüber immer die leise Wut auf mich selbst, dass ich das alles nicht besser hinbekomme. Dass es mich stresst,  dass ich keine Super-Working-Mom bin, die Arbeit, Haushalt und Kind mit Energie und Effizienz wuppt. Dass ich nach der Arbeit müde bin, wenn ich Paul von der Krippe abhole und eigentlich am liebsten erst einmal eine Stunde auf dem Sofa sitzen, lesen, Kaffee trinken würde. Dass Paul dann aber meistens gerade erst aus einem zweistündigen Mittagsschlaf erwacht ist, voller Energie und Tatendrang. Dass ich dann oft ungeduldig bin, meckere, rumschreie. Den Perfektionsanspruch an mich selbst habe ich schon längst nicht mehr, aber etwas mehr Gelassenheit in solchen Momenten wäre schön. Umso mehr genieße ich es, wenn wir uns einfach durch den Tag treiben lassen können, ohne Hektik und Verpflichtungen.




Nach einem kleinen Picknick am Wasser (ok, das klingt jetzt so nach selbstgemachtem Obsalat in Weck-Gläsern und Tomate-Mozzarella-Spießchen, war in Wirklichkeit aber eine Leberkässemmel und Johannisbeerkuchen :), sind wir noch die Promenade entlang spaziert. Hier kommt man an vielen netten Cafés und Restaurants vorbei, besonders gut hat mir das Restaurant Seehof mit seinem Biergarten direkt am Wasser gefallen. Hier gibt es auch eine Rutsche und Schaukeln.



Direkt hinter dem Biergarten beginnt ein kleiner Park, wo man, wie ihr auf dem Bild unten sehen könnt, auch hervorragend in der Sonne am Wasser sitzen kann.



Hinter dieser kleinen Landzunge kann man wieder schön am Ufer liegen, was wir dann auch gemacht
haben. Und ich hab tatsächlich in Ruhe ein paar Seiten in meinem Buch gelesen und Kuchen gegessen, während Paul mal wieder Steine und Stöcke ins Wasser geworfen hat. Als wir also so am Ufer saßen, näherte sich ein etwas seltsamer, mittelalter Mann mit einer Fernsteuerung in der Hand, der beständig ein kleines Motorboot genau vor mir auf dem Wasser herumkreisen ließ und immer wieder zu mir herrüber blickte. Irgendwann kam er dann zu mir, stellte die Steuerung genau neben mich und setzte sich in zwei Metern Entfernung neben uns. Ich blickte ihn fragend an.

"Sie haben jetzt das Kommando" rief er und zeigte auf die Fernsteuerung.
Ich so: "Äh, ich habe das Kommando?!" 
Er: "Ja, nur zu, fahren Sie!"
Ich: "Ja, aber eigentlich wollte ich jetzt meinen Kuchen essen. Und außerdem habe ich klebrige Finger!"
Er (sehr ernst): "Aber Sie haben jetzt das Kommando!"
Ich (fühle, dass die Pflicht mich ruft): "Okayy..." Ich nahm also die Steuerung und zog an irgendeinem Hebel, das Motorboot raste prompt auf das Ufer zu. Der Mann sprang auf und eilte auf das Ufer zu, um sein Boot zu retten. "Jetzt übernehme ich besser wieder!" sagte er vorwurfsvoll, nahm mir die Steuerung ab und lief mitsamt Motorboot davon und ich habe mir, frei nach Frau Novemberregen nur gedacht: Alle irre! (Wer Frau Novemberregen noch nicht kennt,  möge z.B. diesen Post lesen und sie ebenso wie ich einfach genial finden) 

Am späten Nachmittag haben wir beschlossen, dass wir noch nicht nach Hause wollten, und sind noch einen Ort weiter, ins beschauliche Dießen gefahren. Dort parkt man am besten am kleinen Bahnhof; hier kann man an einem Übergang die Gleise überqueren und kommt direkt bei einem schönen und kleinkindgerechten Spielplatz raus.




Von dort aus kann man auch zum kleinen Hafen von Diessen spazieren, wo man, mit einem kichernden und anscheinend furchtlosen Kleinkind, einem Stück Semmel und gefühlt 3000 Möwen und Enten sehr schön Hitchkocks beste Filmszenen nachspielen kann. (hiervon leider keine Fotos, weil ich die ganze Zeit den Kopf einziehen und mit den Armen wedeln musste)



Irgendwann, kurz vor Sonnenuntergang, haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht. Paul war ganz rotwangig und plapperte aufgeregt den ganzen Weg bis zurück zum Auto, erzählte, was er heute erlebt hatte, von Steinen und Kuchen und Enten, und schlief fast augenblicklich ein, als ich losfuhr.

Als ich ihn später aus dem Kindersitz hob, dufteten seine Haare nach Wind und Sonne. Hach.


Gestern Abend habe ich es dann endlich geschafft, die Gewinner des letzten Posts auszulosen. Ich wollte es ja eigentlich als Gesamtpaket verschenken, werde es aber jetzt doch aufteilen, dann habe ich heute gleich drei Leute glücklich gemacht! :)

Gewonnen haben:
1. Brotbeutel und Brottuch von eversnack: Tanja R. 
2. Zwei Quetschbeutel von breidabei: Elke Diet_ (ohne Blog)
3. Ein Probierset von Ringana: Fräulein Rucksack

Ihr Lieben, schreibt mir bitte innerhalb einer Woche eine Emailadresse mit eurer Adresse.

Habt noch einen wunderbaren Sonntag!

Alles Liebe
Julia


P.S. Ausgangspunkt unseres Ausflugs war Herrsching, der Parkplatz an der Seestraße. Von hier muss man nur die Straße überqueren und ist schon am See.

P.P.S. Fasten ...läuft! ;) Naja, bis auf ein, zwei, drei kleine Zusammenstöße mit Salzstangen. Aber immerhin kam seit Aschermittwoch kein Stück Schokolade über meine Lippen und auch keine anderen Süßigkeiten. Das ganze kompensiere ich hoch professionell mit sehr viel Kuchen. ;D Naja, man soll ja klein anfangen. Aber dazu schreib ich demnächst noch einen eigenen Post.