22. Oktober 2014

Pauls Lieblingsbücher - 20 Monate alt

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch mal wieder Pauls derzeitige Lieblingsbücher vorstellen. Vielleicht ist ja auch für eure Kleinen etwas dabei!

Paul ist nun mit seinen 20 Monaten aus den einfachen Bilderbüchern (Im Stil von "Meine ersten Sachen") herausgewachsen. Er interessiert sich jetzt sehr für Bücher, die entweder eine Aktivität erfordern oder seinen Alltag beschreiben.


"Pusten, Trösten, Pflaster drauf" (Henning Löhlein und Bernd Penners)

Auf Platz 1 von Pauls persönlicher Lieblingsbuchliste steht derzeit ganz klar: "Pusten, Trösten, Pflaster drauf", Paul nennt es das "Aua-Buch". Hier geht es um fünf kleine Tiere, die sich verletzt haben (Der Elefant hat sich den Rüssel plattgetreten, der Hund ist mit der Pfote umgeknickt usw.) und nun auf ihr "Aua" ein Spiel-Pflaster geklebt bekommen. Die Pflaster sind aus Plastik, man kann sie immer wieder ablösen. Sie können sogar abgewaschen werden und kleben dann wieder. Dr. Paul ist schon sehr professionell beim Verarzten und achtet unter vielen "Oh nein!"-Rufen ganz penibel darauf, dass auch ja jedes Tier sein eigenes passendes Pflaster bekommt. 








"Klipp-Klapp aus Tag mach Nacht"


Für die klassischen Wimmelbilder ist Paul wohl noch zu klein, zumindest interessiert er sich noch nicht so sehr dafür. Spannender findet er die Kombination aus Wimmelbild und Klappbuch wie in "Klipp Klapp - aus Tag mach Nacht". Hier sieht man ein Haus, einen Marktplatz, einen Zoo - durch Umklappen der Seiten jeweils bei Tag und Nacht.













Einer mehr (Yvonne Hergane und Christiane Pape)

Das erste Kinderbuch, das Paul sich wirklich komplett vorlesen lässt, ohne weiterzublättern ist "Einer mehr". Könnte daran liegen, dass auf jeder Seite dieses schmalen Buches nur eine Zeile steht... ;) Auf jeden Fall kommt pro Seite ein weiterer kleiner Junge dazu und jeder Vers endet mit "Einer mehr!" Das heißt dann z.B. "Sieben essen Camembert - Der will auch was. Einer mehr." Das "mehr" sagt bei uns dann immer Paul, was ihm viel Spaß macht.






Bumm - Lesen kann gefährlich sein (Leo Timmers)

Nach dem selben Prinzip funktioniert "Bumm - Lesen kann gefährlich sein!"
Hier liest ein Hirsch beim Autofahren ein Buch und fährt gegen eine Mülltonne - BUMM - das Schwein, das hinter ihm den Hühnertransporter fährt, kann nicht mehr bremsen - BUMM - oh, oh, die Giraffe schaut in die falsche Richtung - BUMM....
Das außerordentlich schön und detailliert gezeichnete Buch kommt fast völlig ohne Worte aus - das einzige Wort ist "BUMM!" Ratet mal, wer es bei uns immer ruft :)






Mein großes Bilder-Lexikon


Das ist einfach ein schönes Lexikon, das viele verschiedene Tiere in ihrer jeweiligen Lebenswelt zeigt. Zum Beispiel die Waldtiere, die Dschungeltiere, die Tiere der Arktis usw.

Meistens suchen wir aus Pauls Korb mit den Schleich-Tieren, die sich irgendwie auf magische Weise vermehren, sobald die Großeltern zu Besuch sind,  die passenden Tiere heraus und stellen sie dazu. Und dann schmeißt Paul sie wieder um. Und dann muss ich sie wieder aufstellen. und dann schmeißt sie Paul wieder um. Das machen wir immer wieder. Weil es so lustig ist. Haha.










Kasimir backt (Lars Klinting)




Der Bieber Kasimir hat Geburtstag und sein Freund Frippe kommt vorbei, um zu gratulieren. Da Kasimir nichts im Haus hat, das er Frippe anbieten kann, beschließen sie gemeinsam einen Kuchen nach Omas altem Rezept zu backen. Das Buch zeigt in schönen pastelligen Zeichnungen die verschiedenen Arbeitsschritte beim Kuchenbacken. Auf der einen Seite sieht man z.B. eine Rührschüssel, Eier, Mehl, Zucker, und auf der nächsten, wie Kasimir und Frippe diese Zutaten zusammenrühren. Paul ist ja gerade im "Mithelfen"-Alter und er liebt es, so wie Frippe beim Papa auf der Küchen-Arbeitsplatte zu sitzen und z.T. Nudeln in den Topf zu schütten oder eben Teig zu rühren, daher mag er das Buch sehr.

Schließlich ist der Kuchen fertig! Es ist schon später Nachmittag und wird langsam dunkel, Kasimir und Frippe decken den Tisch, stellen Saft, Blumen und Kerzen darauf, als es an der Tür klingelt. Draußen im Schnee stehen noch weitere Bieber-Freunde um zu gratulieren und alle essen gemeinsam den Kuchen.
Es ist ein wirklich ganz zauberhaftes, stimmungsvolles Buch und eines der wenigen, das einen Wintergeburtstag zeigt - also ein schönes Geschenk für kleine Winterbabies! :)
Es gibt noch einige Bücher mehr von Kasimir, da werden wir uns bestimmt auch noch das ein oder andere zulegen!


Bodo Bär (Hartmut Bieber) 


"Hier, die sind jetzt bei uns zum Glück endlich out" hat meine Schwester mit hämischem Grinsen gesagt und mir einen Stapel Bodo Bär-Bücher überreicht.

Es gibt wohl so einige Bücher oder Reihen, die weder besonders gut gezeichnet, noch interessant sind, weder Pointe noch Sinn haben und trotzdem von allen Kindern geliebt werden, während die Eltern nur innerlich die Augen verdrehen, wenn schon wieder dieses Buch zum Vorlesen angeschleppt wird.  Bei den Kleinkindern ist Bodo Bär da sicher ganz weit vorne, bei den Kindergartenkindern gehören wohl die Conni-Bücher dazu - ganz besonders in der Hörspiel-Variante :)
Gut, noch hasse ich Bodo Bär nicht, aber er ist schon grenzwertig. Zum einen hat er immer so eine dämliche Mütze auf, seine Mutter geht im Kaufhaus Töpfe kaufen (Töpfe?! Ernsthaft?) und überhaupt, wer heißt denn heute noch "Bodo"? Naja, auf jeden Fall macht Bodo eben so Sachen, die Kleinkinder so machen. Er geht mit seiner Mutter einkaufen, wirft Geld in die Parkuhr oder fährt Rolltreppe. Auf dem Bauernhof geht er in den Hofladen und sucht sich einen Apfel aus. Auf der Baustelle schaut Bodo den Maurern bei der Arbeit zu. Ihr seht, die Bodo Bär Bücher sind an Spannung kaum zu überbieten. Findet zumindest Paul, der immer ganz dramatisch "Oh Nein!" rufen muss, weil im Bauernhof-Bodo-Bär-Buch ein Schwein ausgebüchst ist und über den Hof läuft. Es gibt noch einige Bücher mehr von Bodo Bär - die werden wir uns mit Sicherheit NICHT zulegen!


So, vielleicht war ja was dabei! :) Nur noch zwei Monate bis Weihnachten sag ich da nur....wie gut, dass ich noch KEIN EINZIGES Geschenk habe. Grmpf.
Paul wird wahrscheinlich eine kleine Spielküche bekommen - könnt ihr eine empfehlen?

Alles LIebe
Julia










10. Oktober 2014

Alles Wurst!

Soll ich euch sagen, was das Gegenteil von vegan ist? Paul!
Wenn man Paul fragt, was er essen möchte, antwortet er in 9 von 10 Fällen: Wuscht! Dieses Kind würde sich, ich habe ja schon öfters darüber geschrieben, ausschließlich von Wurst und Obst ernähren, wenn man es ließe. Pommes? Bäh! Nudeln? Geht so! Pizza? Wenn's sein muss. Gemüse? najaaa. Tomaten gehen gut, Erbsen und Möhren auch und dann seltsamerweise auch so fancy Sachen wie Krabben oder Oliven. Müsste denn jetzt nicht langsam mal die "Nudeln ohne alles!"-Phase beginnen? Ich hoffe, noch bevor er seinen ersten Gicht-Anfall kriegt...höhö.

Auf jeden Fall bin ich jetzt sehr froh, dass Paul seit einiger Zeit eine neue Leidenschaft hat: Beeren-Müsli, am liebsten das von Alnatura. Da sind nämlich echt viele Beeren drin, die man alle einzeln rausklauben kann. Damit Paul seine Beeren immer mit dabei haben kann, ohne dass ständig irgendwelche Haferflocken durch unsere Wohnung fliegen, habe ich ihm so eine praktische Snack-Box gekauft. Wie ihr auf dem (durch das Schaukeln leider etwas unscharfen) Foto vielleicht erkennen könnt, ist bei der Box der Deckel eingeschnitten, so dass man hinein greifen kann, der Inhalt aber nicht heraus fallen kann. (Erinnert mich immer so ein bisschen an dieses Affen-Experiment, wo der Affe mit seiner Hand zwar in die Öffnung hinein kommt, um dort Nahrung zu greifen, dann aber mit der geballten Faust nicht mehr aus der Öffnung heraus kommt und schier verzweifelt. Paul hat das Prinzip nach einigen Minuten dann doch begriffen und ich kann nun mit Stolz verkünden, dass mein Sohn klüger ist als ein Affe! Hurra! Der kann sich später echt mal bedanken, dass seine Mutter in der Schwangerschaft so viele Nüsse gegessen hat!) 


Wenn ihr auch gerne so eine wahnsinnig praktische Snackbox hättet, guckt mal hier (etwas nach unten scrollen); hätte es sie im Laden gegeben, hätte ich wahrscheinlich diese oder diese gekauft.* :)

Haben eure Kinder auch Lebensmittel, nach denen sie ganz verrückt sind? Und wann hat bei euch eigentlich die Schlecht-Essen-Phase (wenn überhaupt) begonnen?

Alles Liebe
Julia

P.S.: Eine ausgewogene Ernährung ist uns natürlich sehr wichtig. D.h., Paul bekommt selbstverständlich nicht nur Wurst. Ab und zu bekommt er auch mal ein Stück Apfel. Oder Erdbeerkäse.

P.P.S.: Kennt ihr eigentlich "Wurst" von Axel Hacke? Wenn nicht, nehmt euch SOFORT 5 Minuten Zeit und hört es euch an, einfach genial:



Habt ein wunderbares Wochenende!

Alles Liebe
Julia

*mit freundlicher Unterstützung von windeln.de



7. Oktober 2014

New Home

Hallo ihr Lieben,

da bin ich wieder! Sorry für die bislang längste Pause in meinem Bloggerleben - aber während ihr alle nur fad in den Sessel gepupt habt, haben wir in den letzten zwei Wochen mal eben unser komplettes Leben neu organisiert - wenn das als Entschuldigung zählt. ;)

Aber zunächst einmal die breaking news:
Wir haben einen Mietvertrag unterschrieben! Hurraaaa! Ab November sind wir nun stolze Bewohner eines Reihenhäuschens im sexysten Stadtteil Münchens: Moosach. :) okaaayyy, ist jetzt vielleicht nicht so sexy, aber es ist wirklich nett dort. 
Es ist dann doch noch das Häuschen geworden, von dem ich im vorletzten Post geschrieben hatte, der Vermieter hat sich dann schließlich doch für uns entschieden. In November werden wir umziehen, ich kann es noch gar nicht recht glauben. Aber ich freu mich schon so - wir werden einen Garten haben, drei Kellerräume, eine Garage, Einbauschränke! So viel Platz!!
Leider gibt es auch ein paar nicht so schöne Details...z.B. hellbraune Steinfliesen mit dunklen Fugen in Küche und Eingangsbereich ... wer tut so was? warum? WARUM? ....so klassisches 80er-Jahre-Reihenhaus-Design, ganz gruselig, da werde ich irgendwas drüber machen müssen, gleich als allererste Amtshandlung. Und dann wären da noch die noch zu streichenden Holzpaneele an den Wänden im Esszimmer, die hässlichen Korkböden im ersten Stock und die Nachbarn mit den Häkelgardinen und Trockenblumen im Fenster... 
Aber egal, es ist ein Haus! Ein Haus!! Mit ganz viel Platz! Mit einem kleinen eingewachsenen Garten mit einem Zwetschgenbaum! Und ganz vielen Zimmern! Und einem Kachelofen! Und so viel Platz! Und gleich hinter dem Haus ist eine kleine Parkanlage mit einem richtig schönen Spielplatz. Und hab ich schon den vielen Platz erwähnt?



Im Keller gibt es sogar einen Hobbyraum mit einer richtigen Werkbank. So eine aus Holz mit so einem Metall-Kurbelding, wo man irgendwelche Sachen einspannen kann. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, was man da eigentlich einspannt und wie man das ganze Ding eigentlich verwendet und dann werde ich hier lauter lustige DIYs veröffentlichen. So was wie  "Julia baut eine Heizungsverkleidung" und andere spannende Sachen. Naja, vielleicht fang ich mal mit "Julia zersägt einen Baumstamm" an oder  so. Da bekommt der Blog doch gleich eine ganz neue Ausrichtung, da können die ganzen anderen Blogger-Mamas mit ihren Bastel-DIYs aber einpacken, ha! :P

Ach ja, eine kleine Sauna steht auch noch in dem Hobbyraum. 
Ich bin ja eigentlich kein Saunagänger, da ich in Saunas hauptsächlich schwitze und das jetzt nicht gerade zu meinen Hobbys zahlt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Es bietet sich ja auch an, da es in München schließlich SCHEISSKALT ist. Hallo?! das hat mir keiner gesagt. Ich war ja jetzt fünf Jahre im badisch/pfälzischen Exil, wo es immer mindestens 5 Grad wärmer ist und während jetzt am Wochenende an der Weinstraße sonnige 22 Grad waren, habe ich mir in München den Ar**** bei 13 Grad nasskalter Dauerbewölkung abgefroren. Ich hab das irgendwie verdrängt.
Naja, so lohnen sich Sauna und Kachelofen dann auch, wenn man sie 10 Monate im Jahr in Benutzung haben kann. Brr.

Dann hatte ich letzte Woche auch noch meinen letzten Arbeitstag, was sehr komisch, schön, emotional und unendlich befreiend war. Heute war der erste Dienstag, an dem ich nicht ins Büro gehen musste und es war absolut ok. So gerne ich dort gearbeitet habe - es war einfach an der Zeit zu gehen und ich bin froh, dass ich es im Guten tun konnte. 

Ansonsten habe ich in den letzten zwei Wochen noch Bewerbungen geschrieben, einen Krippenplatz für den Paul klargemacht (hoffe, es klappt), ein bisschen Junggesellinnenabschied meiner lieben Freundin und zukünftigen Fast-Nachbarin (juhu!) C. gefeiert und die allerbesten Süßkartoffeln aller Zeiten gegessen (Rezept folgt!). So fantastisch wie selten gefrühstückt im Café Neuhausen. Yoga gemacht. Fasziniert beobachtet, wie Paul und seine Cousine über die vier Tage unseres Besuchs abwechselnd ein Herz und eine Seele waren oder sich angebrüllt haben. Den komplett dämlichen Glücksbärchifilm angeschaut. Mich arbeitslos gemeldet. Dem Paul ein Puky Wutsch gekauft, das "Utsch-Audo", mit dem Paul begeistert in Windeseile durch die Gegend zischt. Eine Abmahnung erhalten, rumgheult, das Internet verflucht und mir einen Anwalt gesucht - Verhandlungen laufen noch. Mit meiner Mama und meiner Schwester einen wunderbaren Mädelsabend gehabt und heute mit Paul einen sechsstündigen Roadtrip nach Hause gemacht (wovon ich Paul gefühlt drei Stunden besungen habe und jetzt nie wieder in meinem Leben "Häschen in der Grube" singen möchte. Oder Autobahn fahren). Ihr seht, es war viel los! :)

Jetzt im Oktober heißt es nun: packen, ausmisten (obwohl, so viel ausmisten werde ich gar nicht mehr müssen, denn, falls ich es nicht erwähnt habe, wir haben ja in Zukunft SO viel Platz!! :))), packen, packen. Den 60. Geburstag meiner Mama feiern. Noch einen Junggesellinnenabschied feiern - und dabei den allerersten Abend und die allererste Nacht in 20 Monaten ohne Paul im Hotel verbringen. Ich werde mir ein Glas Wein gönnen und davon wahrscheinlich hackenstramm die ganze Nacht durchtanzen. Oder, noch besser: mir ein Glas Wein gönnen und hackenstramm die ganze Nacht durchschlafen - Ha!! :D
Und Paul und sein Papa sind dann zum ersten Mal auf sich selbst gestellt. Es wird also spannend! ;)

Habt eine schöne Woche und bis ganz bald! 

Alles Liebe
Julia



22. September 2014

Paul kocht! Die besten Kochbücher für Kinder, Teil 2: "Kochen für die Kleinen" (+ Lieblingsrezept!)



Hallo zusammen,
und willkommen bei einer neuen Folge:

In der letzten Folge haben wir euch unser Lieblings-Kinderkochuch „Kochen für Polly“ vorgestellt. Aber daneben gibt es natürlich noch andere schöne Kochbücher und eines davon möchte wir euch heute vorstellen: Kochen für die Kleinen: gesund und ideenreich durch's zweite und dritte Lebensjahr von Dagmar Reichel, erschienen im Kosmos Verlag für 14,95 Euro.


Das Konzept:
Rechts oben auf dem Titelbild des Buchs befindet sich ein kleiner Aufkleber mit der Aufschrift „gesund + ideenreich durch’s 2. und  3. Lebensjahr“. Damit ist das Konzept gut beschrieben, das Buch richtet sich also an Eltern, deren Kinder gerade ihre Breizeit hinter sich gelassen haben und soll sie bis zum Beginn des Kindergartenalters mit gesunden Rezepten begleiten (natürlich schmecken die Rezepte aber auch danach noch). Am Anfang werden zunächst auf ein paar Seiten allgemeine Ratschläge zum Thema Kleinkind-Ernährung gegeben, im Vordergrund stehen aber eindeutig die Rezepte, die nach den Kategorien Frühstück, Mittagessen, Snacks und Abendessen angeordnet sind. Also ein klassisches Rezept-Buch und nur am Rande Ratgeber.

Die Umsetzung:
Volle Punktzahl gibt es für die optische Gestaltung des Buchs, die ist wirklich hervorragend gelungen! Fast alle Rezepte sind schön und kreativ bebildert, die Rezepte werden übersichtlich präsentiert, das Layout ist vorbildlich. Auch das Rezept- und Themenregister ist sehr übersichtlich. Man merkt, dass viel Aufwand in die Gestaltung gesteckt wurde (an dem Buch sind neben der Autorin ein Foodstylist, eine Requisiteurin und zwei Foodfotografen und das hat sich gelohnt, denn das Auge isst ja bekanntlich mit.
Für die Rezepte werden fast ausschließlich frische Zutaten verwendet – es gibt zwar einen kurzen Abschnitt dazu, wie Fertigprodukte mit frischen Zutaten „aufgepeppt“ werden können, dieser besteht aber lediglich aus zwei Rezepten. Gut gefällt uns außerdem, dass die Rezepte viel Abwechslung bieten: es sind viele vegetarische Rezepte mit Reis, Kartoffeln und Gemüse enthalten, aber auch je ein paar Fleisch- und Fischgerichte, Suppen, Getränke und Gebäck. Lobenswert sind auch die unter einigen Gerichten aufgeführten Varianten und die Tipps zur Küchentechnik dürften zumindest für Kochanfänger hilfreich sein. Am besten finde ich aber, dass man bei jedem Durchblättern denkt „ach, das könnten wir mal machen!“, heute habe ich zum Beispiel folgende Rezepte mit einem Klebe-Marker versehen:
  • Arme Ritter aus Hefezopf mit Vanillebeeren
  • Kirchererbsenbällchen mit Blumenkohl, Möhren und Rote Beete (Paul kauft seit Neuestem sehr gerne im dm ein und greift dort aus irgendeinem Grund jedes Mal zum Glas mit den Kirchererbsen. Bei ungefähr jedem dritten Besuch scheitern die Verhandlungen zur Einigung auf ein alternatives Produkt, sodass wir jetzt einen größeren Vorrat an Kichererbsen unser Eigen nennen dürfen)
  • Ei im Gläschen mit Schnippelgemüse (klingt verrückt und sieht gut aus)
  • Fruchtige Birnen-Muffins mit weißer Schokolade (rechtzeitig zur Birnen-Saison hat Julia eine plötzliche Vorliebe für Birnen entwickelt :)
Ein paar Dinge sind aus meiner Sicht aber nicht ganz ideal gelungen. Zum einen ist der Zeitaufwand der meisten Gerichte ein Stück größer als bei „Kochen für Polly“. Es hält sich zwar bei fast allen Rezepten in erträglichen Grenzen (im Durchschnitt so ca. 30 Minuten, z.T. zuzüglich Garzeit, wobei die Zeitangaben realistisch bis leicht optimistisch sind), aber mit Kleinkind ist die Zeit eben oft sehr knapp bemessen. Zum anderen sind die Mengenangaben recht unterschiedlich. Mal stehen bei einem Rezept die Mengen für zwei Erwachsene und zwei Kinder, mal für zwei Kinder, mal für eine bestimmte Stückzahl. Das ist etwas verwirrend und zumindest bei uns essen kleine und große Menschen das gleiche – schon allein deshalb, weil ich keine Lust habe, verschiedene Gerichte zu kochen. Die Anordnung der Rezepte nach Mahlzeiten finde ich ok, man muss  sich ja nicht sklavisch daran halten, ein Mittags-Rezept schmeckt auch abends und wer es wie wir eher mit light Lunch + warmem Abendessen hält, der könnte die beiden Kategorien gerade rumdrehen.

Besonders geeignet für: Alle, die Wert auf gesunde und abwechslungsreiche Rezepte legen und dafür auch bereit sind, ein paar Minuten länger am Herd zu stehen. Wegen der schönen optischen Gestaltung auch prima als Geschenk geeignet. Oder als Zweit-Kochbuch für’s Wochenende  ;-) Schwerpunkt liegt auf Rezepten, Ratgeber nur am Rande.

In einem Satz: Sehr schön gestaltetes Kochbuch mit vielen unterschiedlichen Rezepten, die ein wenig Zeit und evtl. Rechenkünste zur Anpassung der Mengenangaben erfordern.

Das Lieblingsrezept: "Feine Fisch-Küchlein aus Kartoffeln und Lachsfilet"

Paul ist wahrlich kein großer Fisch-Esser (das muss er von seiner Mutter haben) und Kartoffeln sind seiner Meinung nach nur für zwei Dinge zu gebrauchen: zum Schälen und zum Werfen. Kombiniert man aber beides mit diesem Rezept, dann verputzt Paul die kleinen Bällchen unter "Balli! Balli!"-Rufen im Dutzend. Funktioniert nicht nur mit Lachs, sondern auch mit anderem Fischfilet (bitte auf das MSC-Siegel für nachhaltigen Fischfang achten für ein zumindest halbwegs gutes Gewissen).


Zutaten für 2 Kinder:
150g mehligkochende Kartoffeln
75ml Gemüsebrühe
75g Lachsfilet
1 Ei (Größe S)
75g Mehl
1 TL Zitronensaft
½ TL mittelscharfer Senf
1 EL Petersilie
Salz
2 EL Olivenöl

Zubereitung:
1. Die Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen und die Kartoffeln darin zugedeckt 8 Minuten bei mittlerer Hitze weich kochen.
2. Den Lachs waschen, trocken tupfen, nach Gräten absuchen und die Gräten entfernen. Den Lachs auf die Kartoffeln legen und zugedeckt weitere 5 Minuten garen. Den Topf von der Herdplatte nehmen und den Lachs und die Kartoffeln im geschlossenen Topf noch 5 Minuten ziehen lassen.
3. Den Fisch aus dem Topf nehmen. Die Kartoffeln in der eventuell verbliebenen Brühe mit einem Kartoffelstampfer fein zerdrücken.
4. Das Ei mit dem Mehl, dem Zitronensaft, dem Senf und der Petersilie untermischen. Mit Salz würzen. Zuletzt den Lachs fein zerpflücken und ebenfalls unter die Kartoffelmasse mischen.
5. Das Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Von der Kartoffelmasse mit einem Esslöffel 6-8 Portionen abstechen, in die Pfanne geben und mit dem Esslöffel zu kleinen Küchlein flach drücken. Im heißen Öl von jeder Seite 3-4 Minuten braten.

Zeitbedarf: 40 Minuten

Meine Tipps: Wenn die Eltern mitessen möchten, müssen die Mengenangaben eben umgerechnet werden. Da beim letzten Mal die Batterie unserer Waage leer war, musste ich das grob abschätzen. Das Rezept ist zum Glück recht tolerant gegenüber leichten Veränderungen, den Mehl-Anteil finde ich ohnehin etwas hoch. Der Teig kann einigermaßen klebrig werden, mit feuchten Händen lassen sich die Küchlein und Bällchen dann besser formen.
Pauls Tipp: Große Küchlein sind doof! Kleine Bällchen (etwa in der Größe einer Kirsche wie auf dem Foto zu sehen) schmecken viel besser.
Julias Tipp: Schmeckt selbst Erwachsenen, die nicht gerne Fisch essen, seeehr gut! :) Als Beilage bietet sich z.B. ein Salat an.

Guten Appetit!
Wir freuen uns auch über Kommentare, wenn ihr das Rezept ausprobiert habt! :)

P.S. die bisherigen "Paul kocht" Beiträge findet ihr hier.